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23. Gründerhaus der Arztfamilie Nagel
Hier in diesem Haus, das wissen selbst nur wenige Odernheimer, begann die Berühmtheit der Arztfamilie Nagel, im Volksmund „Knochenflicker“ genannt.
Im 18 Jahrhundert kam Johann Jakob Nagel, geboren 1767 als Sohn des Wundarztes Johann Mathias Nagel, von Bärenbach bei Kirn nach Odernheim. Er war Wirt und Adjunkt (1. Beigeordneter) und wohnte in diesem Haus. Sein Sohn Dr. Carl Nagel, geboren 1811 in Odernheim, war der erste Odernheimer Nagel in der Familientradition. Nach heutigem Verständnis war er praktischer Arzt und hat selbstverständlich auch Knochen geheilt. Von 1853 bis 1856 bekleidete er außerdem das Amt des Bürgermeisters in Odernheim. Er starb kinderlos im Jahre 1866. Sein Bruder, Friedrich Eduard Nagel *1820 in Odernheim, beerbte ihn. Er war Sattler und Gastwirt in Odernheim. Auch er betätigte sich als Knochenbruchheiler. Ein Sohn von Friedrich Eduard Nagel hieß wiederum Carl *1849 und wird im Bürgerregister der Gemeinde Odernheim als Wirt und Knochenbruchheiler bezeichnet. Auch er war Gemeinderatsmitglied von 1890 bis 1896. Seine Frau Lisetta geborene Häberle, kam vom Daubenborner Hof und war eine Schwester des bekannten Professors Dr. Daniel Häberle. Zwei Söhne von Carl Nagel, Eduard und Karl, studierten Medizin und führten die Tradition in Odernheim fort.

Familien u. Gruppen050

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Praxis der Gebrüder Nagel einen großen Aufschwung und ihr Ruf war weit ins Land gedrungen. Eduard Nagel hat sich wie seine Vorfahren in der Kommunalpolitik engagiert und war von 1915 – 1921 Bürgermeister von Odernheim. 1952 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft verliehen. Der Sohn von Eduard Nagel, Karl Eduard *1905, hatte wiederum Medizin studiert und war nach 1930 in die Praxis von Vater und Onkel eingetreten. Er führte die Praxis bis zu seinem Tod 1968. Auch Dr. Karl Eduard Nagel engagierte sich von 1948- 1964 im Odernheimer Gemeinderat, er war Gründer, Initiator und Vorsitzender des Verkehrsvereins (1950 – 1965) und des Volksbildungswerks. Er leitete das Volksbildungswerk von 1950- 1968. Während die ursprüngliche Praxis hier im Hause, dann in der Hauptstraße 7 untergebracht war, entstand später um 1904 ein neues Wohnhaus mit Praxisräumen in Hinterruthen 1. Das Haus in der Hauptstraße 7 wurde von Valentin Herzog erworben und als Metzgerei genutzt. Später von Ernst Haas gekauft und als Metzgerei weitergeführt. 1934/35 wurde dann ein neues großes Haus „In der Bein“, der heutigen Nussbaumstraße erbaut.

24. Ehemaliges Raiffeisen Lagerhaus
Die Bevölkerung von Odernheim ist dieses Anwesen mit mehreren Ökonomiegebäuden, von denen einige zu Gusten des Dorfplatzes weichen mussten, noch bestens als „Lagerhaus“ bekannt. Eigentümer war die Raiffeisen Genossenschaft. Hier lieferten die Bauern, sogar aus der Umgebung, ihr Getreide ab. Neben einer Molkerei, wohin sie die Milch ihrer Kühe brachten, die man neben Butter und Käse einkaufen konnte, war auch im Herbst eine Sammelstelle für Trauben der Winzer eingerichtet.
Dem Ursprung dieses Gebäudes ging eine Fleckenmühle (Mahlmühle) voraus. Um das Jahr 1700 wurde unmittelbar daneben eine Ölmühle errichtet. Die Anregung zur Erbauung gab wahrscheinlich der aus Graubünden ausgewanderte Maurermeister Martin Nadich. Vielleicht war er sogar der Erbauer der Ölmühle, erschien er doch als erster nachweisbarer Beständer der Ölmühle. Als Erbbeständer der Ölmühle erschienen dann Martin Nadich`s Söhne Georg und Heinrich. Beide saßen gemeinsam im Erbbestand und vererbten ihr Anrecht auf die Ölmühle an die Nachfahren. Der Sohn von Georg Nadich, Heinrich 1729-1795, ehelichte eine Maria Spengler aus Odernheim. Sie gebar ihm 1770 eine Tochter Anna Margarethe. Diese heiratete 1785 den Hufschmied Johann Abraham Schmidt. Durch seine Heirat kam Abraham Schmidt nach dem Tod des Schwiegervaters Heinrich Nadich in den Besitz er einen Hälfte der Ölmühle. So wurde der Grundstein der Ölmühle Schmidt gelegt. Abraham Schmidt war der Sohn des aus Meisenheim stammenden Gründers der Familie Schmidt aus Odernheim, die später die Ölmühlentradition, in der von ihm geschaffenen Ölfabrik Jh. Schmidt Söhne am Disibodenberg fortsetzte. Nachdem die Raiffeisen Genossenschaft das Gebäude nicht mehr benötigte, wurde es von der Gemeinde Odernheim erworben. Heute ist das Anwesen in Besitz der Firma Walter Jung, Internetservice.
Odernheimer Gemeinschafts- Gefrieranlage
Dank des technischen Fortschritts begannen die Nachbardörfer mit der Installation von Gefrier- anlagen. Auch in Odernheim kam der Wunsch nach einer Anlage auf. Im Jahre 1958 war es soweit und im ehemaligen Raiffeisengebäude fand man einen geeigneten Raum. Die Anlage mit 44 Gefrierfächern war ideal für das landwirtschaftlich geprägte Odernheim. Zusätzlich war noch ein Kühlraum angegliedert, der bei Vieh-Notschlachtungen von den Landwirten genutzt werden konnte. Der Ankaufspreis für eine Truhe betrug 500,00 DM. die jährliche Nutzungsgebühr 80,00 DM. Durch den Rückgang der Landwirtschaft und der Viehhalter, sowie die Anschaffung privater Kühltruhen ist die Rentabilität der Anlage zurückgegangen. Anfallende Strom und Reparaturkosten und nicht kostendeckende Beiträge machten die Anlage zusätzlich unrentabel. Zum 31. Januar 1997 beschlossen die Mitglieder die Anlage aufzugeben.

25. Weinbaumuseum
Unser Museum zeigt mit originalen Exponaten, mit welchen Werkzeugen der Küfer gearbeitet hat, mit welchen Hilfsmitteln die Reben ausgebaut, die Trauben gelesen und eingebracht wurden. Holzfässer zur Weinlagerung und viele weitere interessante Gegenstände sind im liebevoll restaurierten Gewölbekeller zu sehen.
Das Museum ist nur nach Absprache geöffnet. Fragen Sie Ihren Vermieter oder vereinbaren Sie selbst einen Termin mit einem der Museumsbetreuer:
Andreas Ott 0 67 55 - 2 00 98 26 oder Paul-Herrmann Mohr 0 67 55 - 7 24
Der Besuch ist übrigens kostenlos....wir freuen uns auf Sie.

26. Synagoge
Seit dem 18 Jhd.  bestand eine Betstube in Odernheim, die sich in einem der jüdischen Häuser befand. 1824 wird eine Betstube in einem jüdischen Privathaus erwähnt, allerdings ohne Standortan-gabe. 1832 kaufte die jüdische Gemeinde Odernheim das Grund-stück (No. 34) zur Errichtung einer Synagoge. Die Odernheimer Synagoge hatte eine Grundfläche von ca. 30 qm und war einge-schossig. Unter der Synagoge befand sich ein Keller, der aber nicht im Eigentum der jüdischen Kultusgemeinde war. Fotos des Gebäudes sind nicht vorhanden. Am 8. März 1898 ist das Synago-gengebäude in Folge eines Scheunenbrandes in der direkten Nachbarschaft ausgebrannt. Dies nahm das Bezirksamt Kirch-heimbolanden zum Anlass, die klein gewordene jüdische Gemein-de am Ort aufzulösen. Die Ruine des Gebäudes mit der Betstube wurde an einen Privatmann verkauft. Nachdem im Nachbar-ort Staudernheim 1896 eine neue Synagoge eingeweiht worden war, besuchten die Odernheimer Juden - trotz der offiziellen Zu-teilung nach Obermoschel - in der Folgezeit die Synagoge in Staudernheim.
Von den in Odernheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekom-men (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Ju-den unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): 
Ludwig Maier (1906), Anna Neu geb. Falkenberg (1877), Paula Ochs geb. Scholem (1890), Emil Scholem (1875), Heinrich (Henri) Scholem (1885), Mathilde Strauß geb. Neu (1873).  

 

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