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5. Ältestes Wohnhaus in Odernheim
- erbaut ca. 1564
- Wohnhaus einer jüdische Familie
- heutige Nutzung Fa. Gutschker-Dongus

historische Obstmühle während des Umbaues gefunden

 

Haus Welker

6. Wittelsbacher Schlösschen  -  Odernheim als Wohnsitz einer Fürstentochter
Pfalzgraf Herzog Wolfgang von Zweibrücken war mit Anna von Hessen verheiratet. Das erste Kind aus dieser Ehe war Prinzessin Christina, geboren am 29. Februar 1546 in Zweibrücken. Etwa um 1570 war Prinzessin Christina mit Herzog Friederich Kasimir von Teschen verlobt. Es kam jedoch nicht zur Heirat. Der Bräutigam starb 1571 und Prinzessin Christina blieb unvermählt. Die Prinzessin weilte oft in Meisenheim, der zweiten Residenzstadt des Fürstentums. Von  aus muss sie des Öfteren in das benachbarte Städtchen Odernheim gekommen sein und dieses lieb gewonnen haben. Jedenfalls nahm sie bald dauernd in Odernheim Aufenthalt. Sie wohnte hier in diesem „Schlösschen“, einem guterhaltenen Haus mit Turm, welches 1567 von Herzog Wolfgang in der Nähe des oberen Tores errichtet wurde. Vom Jahre 1591 an bis zu ihrem Tod im Jahr 1619 hat Prinzessin Christine hier gewohnt.
In Odernheim hatte sich die Prinzessin bald den Ruf einer Helferin der Armen und Fürsprecherin der Bedrängten erworben. Sie wurde die Taufpatin zahlreicher Kinder unbemittelter Eltern und betreute sie liebevoll bis zu ihrem Ende.
Noch zu Lebzeiten hatte sich Prinzessin Christine eine Grabstätte auf dem Friedhof bei der früheren Kirche errichten lassen. Der Wunsch, in Odernheim bestattet zu werden, wurde jedoch nicht erfüllt. Nach ihrem Tod, sie wurde 73 Jahre alt, wurde sie nach Meisenheim überführt und dort in der Schlosskirche neben den Eltern bestattet.

5 Wittelsbacher Schlößchen

7. Ältestes Gasthaus in Odernheim - Gasthaus zum weißen Roß
Gründer der Gaststätte war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Sohn des Wilhelm Beyer von Staudernheim, der Küfer und Bierbrauer Johann Casimir Bayer, wie sein Vater pfalzweibrücker Untertan zu Staudernheim, der im Jahre 1731 als Bürger in Odernheim aufgenommen wurde. Casimir Bayer erwarb sich in Odernheim sehr schnell eine geachtete Stellung in der Bürgerschaft. Er erscheint bereits 1736 als Gerichtsschöffe. 1746 begleitete er das Amt des Schultheißen und ist als solcher der Vorgänger seines Konkurrenten Karl Störr. Ein Sohn von Casimir Beyer, Johann Heinrich Beyer, der mit der Förstertochter Gottlieba Widder von Odernheim verheiratet war, wird 1768 „Kiefer“ und Wirt zum „Weißen Ross“ genannt. Im Oberstock des Gasthauses gab es einen Tanzsaal, in dem an Festtagen zum Tanz aufgespielt wurde. Die Kurpfälzische Regierung schrieb im Jahre 1772: „ Auf verflossene Weihnachten haben die Wirte Raubenheimer, Heinrich Kornmann und Heinrich Beyer Spiel und Tanz gehalten vor die junge Borsch“. Über hundert Jahre war das Haus zum „Weißen Roß“ im Besitz der Familie Beyer. 1834 war ein Philipp Peter Bayer (Änderung der Schreibweise Beyer in Bayer) Wirt im „Weißen Roß“. In den Jahren 1848/49 spielte die Wirtschaft als Hauptquartier der nun Äußerst entschlossenen Radikalen Freiheitsmänner eine gewisse Rolle. Die Glanzzeit des Gasthauses war vorüber. Der Roßwirt überließ das Haus seinem Schwiegersohn Schick vom Heddarter Hof und ging nach Amerika.
Nach der Stilllegung der Bierbrauerei, musste auch die Gastwirtschaft schließen. Schicks älteste Tochter blieb im Haus und heiratete den Metzgermeister Dick, dessen Kinder das Haus nicht halten konnten. Es ging kurz vor dem ersten Weltkrieg in den Besitz des Straßenwärters Braunbeck über. Die älteren Odernheimer sagen aber heute noch, wenn von dem Haus die Rede ist, „ins Tor- Schicke“.

8. Das Obertor
Das Obertor, ein Bauwerk der ehemaligen Ringmauer, wurde auch Oberpforte genannt. Im Jahre 1655 erhilt der Bürger Peter Miller, der das Obertor zu hüten hatte, eine Genehmigung von der Stadtverwaltung zum „Bierzapf“. Schon vor rund vier Jahrhunderten befand sich auch das „Gefengknus“ im Obertor, das noch bis zum zweiten Weltkrieg der Ortspolizei als Gewahrsam für Gesetzesübertreter diente, im Volksmund „Kittche“ oder „Bolles“ genannt.
Am 17. Juni 1757 wurde Odernheim von einem schweren Hochwasserunglück betroffen, bei dem sieben Menschen ihr Leben verloren. Der Heimelbach war über die Ufer getreten, stieß einen Bogenpfeiler aus den Grundmauern des Obertors  und riss das Wachhaus und die in ihm Schutz suchende mit, die elendig ertranken. Das stark beschädigte Obertor wurde so baufällig, dass es 1763 abgerissen und noch im gleichen Jahr neu errichtet wurde. Im Jahre 1924 wurde das Obertor erneuert und mit einem neuen Torbogen versehen, wobei die ursprünglich runde Tor Form erhalten blieb. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Torbogen mehrfach durch schwere Fahrzeuge beschädigt. Deshalb wurde ein neuer, flachere Bogen eingebaut. Die Fußgängerdurchgänge wurden 1977 und 1984 eingebaut.

Obertor
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