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9. Das Bannbackhaus
Das Bannbackhaus diente gemeinnützigen Zwecken. In diesem Backhaus besaß die Gemeinde, die es an einen Bäcker, den „Bannbäcker auch Baubäcker“ genannt, verpachtet hatte, eine gute Einnahmequelle. Das Backhaus war, wie Mühle, mit einer Banngerechtigkeit begabt: Die Bürger von Odernheim waren gehalten, im Bann- backhaus ihr Brot zu backen. Sie hatten dafür den „Backzins“ zu entrichten. In einer Gemeinderechnung aus dem Jahre 1599 wird unter „Gemein Inam gellt: 5 f dises Jars auß der gemeinen Backhaus von veltin beckern zu Zins empfangen“. aufgeführt. Ein weiterer Beleg für ein Backhaus, im Grundsteuer-Kataster von 1843 (Plan Nr. 235) wird im Gemeindeeigentum neben dem Obertor, Backhaus und Wohnhaus aufgeführt. Ausgang des 18. Jahrhunderts hat auch dieser Bann ein Ende genommen.

Bannbackhaus

10. Ehemaliges Gasthaus
„Zum roten Ochsen“

Hier betrieb der Fasselhalter (Ochsenhalter) Peter Lorenz ab 1889 die Gastwirtschaft „Zum roten Ochsen“, die nach den Ochsen benannt war, die er für die Gemeinde betreute. Peter Lorenz betrieb neben dem Gasthaus eine Kegelbahn. Es kehrten hier immer öfter  Wandergesellen

Friseur Lorenz Hinterhausen

ein, und so wurde das Gasthaus im Volksmund auch „Herberge zur Heimat“ genannt. Um 1908 wurde das Lokal von dessen Sohn Wilhelm Lorenz übernommen und umgebaut, er führte die Gaststätte bis 1940. Neben seiner Tätigkeit als Gastwirt hatte Wilhelm Lorenz das Herren Friseurhandwerk erlernt, welches er in diesem Hause zusätzlich ausübte. Wilhelm Lorenz zog seinen Gästen die Zähne, wenn es erforderlich und erwünscht war. Zudem war er als Fleichbeschauer, Leichenbeschauer und als Schöffe beim Gericht in Kaiserslautern tätig. Ab 1940, das Jahr als Wilhelm Lorenz starb, übernahm dessen Sohn Walter Lorenz das Gebäude und betrieb in diesem Hause einen Friseursalon für Damen und Herren. Seine Tochter betrieb den Friseursalon bis zur Berentung.

11. Post-Pferdewechselstaion / Cafe Blaesy
Jakob Schick unterhielt in diesem Haus die Wirtschaft „Zur Post“ .
Als am 01.10.1865 in Odernheim eine selbstständige Postexpedition eröffnet wurde, errichtete man in diesem Haus auch eine Postkutschenstation. Hier wechselte der Postillion die Pferde auf der Hin-oder Rückfahrt. Die Familie Schick wurde daher auch in Odernheim „Post-Schicke“ genannt. Der zweimal tägliche von Meisenheim nach Staudernheim verkehrende Postwagen von Thurn und Taxis wurde zur Beförderung der Reisenden und der Briefpost benutzt.
Die Entfernung zwischen Meisenheim und Staudernheim betrug 2.945,20 Ruten nahezu 1 1/2 Postmeilen (seit 1868,
1 Meile = 7,5 km). Die einfache Fahrt von. Meisenheim nach Staudernheim kostete 30 Kreuzer. Durch den Bau der Glantalbahn 1896/97 wurde die Postkutsche überflüssig
Im Jahre 1919 eröffnete Richard Blaesy in diesem Haus ein Cafe und eine Konditorei. Für Ostern wurden Hasen und für Weihnachten Nikoläuse aus Schokolade hergestellt. Im Jahre 1965 gab Richard Blaesy altersbedingt das Cafe und die Konditorei auf.-

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12. Gemeinschafts-Waschanlage
Durch die Überbrückung des Heimelbaches im Jahre 1939 seitens der Gemeinde bot sich dieser Platz zum Bau einer öffentlichen Waschanlage an. Bauherr im Jahre 1940 war die ehemalige Spar– und Darlehenskasse Odernheim. Sie war auch für die Unterhaltung zuständig. Diese neue Einrichtung bedeutete für die Hausfrauen, Zeitersparnis, sowie eine körperliche Erleichterung. Zum Inventar gehörten ein kleiner und zwei große Waschkessel , sowie eine Schleuder. Desweiteren gab es noch eine Mangelstube und einen Raum für die Lagerung der Kohlen. Die Mangelstube wurde später etwas verkleinert und durch zwei Trockenkammern mit extra Warmluft ergänzt. Die schmutzige Wäsche wurde zuhause eingeweicht, anschließend mit dem Handwagen zur Wäscherei gebracht. Um einen Teil der Kosten für den Waschgang zu sparen, brachten viele Hausfrauen den Brand zum Beheizen des Waschkessels mit. Auch vor der Waschanlage machte der Fortschritt nicht halt. Durch das Aufkommen der Waschmaschinen nutzten immer weniger Hausfrauen die Anlage, sie wurde daher zum 31.07.1960 geschlossen.

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